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Ergebnisse der internen MuK Umfrage 2014

Wie steht es inhaltlich um den MuK-Studiengang in Passau? Im Jahr 2014 war zunächst von Ressourcenproblemen die Rede, dann wurde eine Umfrage von Mukaktiv und dem Studiengangsleiter organisiert, die leider nur in Auszügen veröffentlicht wurde. Gegen Ende des Jahres führte der Mediencampus Bayern eine Alumni-Befragung unter allen Medienstudiengängen in Bayern durch, deren Ergebnisse bisher noch nirgends zu finden sind und die in Passau auch keine große Rücklaufquote erzielt hat.

Daher habe ich zusammen mit Christopher Eichfelder eine kurze Online-Umfrage aufgesetzt, die schlicht das Meinungsbild der Medienstudenten in Passau zusammenfassen sollte. Ich stelle euch nun die Ergebnisse und meine Schlüsse daraus vor.

Die Studiensituation

Um die Ergebnisse der Umfrage besser beurteilen zu können, habe ich von der Pressestelle der Uni Passau die wichtigsten Eckdaten zum Muk-Studium erhalten.

Während noch zum Ende des letzten Wintersemesters 2013 / 2014 massiv befürchtet wurde, dass die Studentenzahlen explodieren könnten, hat sich diese nicht dramatisch verändert:

Seitens der Studenten wurde befürchtet, dass sich die Wartelistenplätze erhöhen würden und weniger Kurse belegt werden können. Es zeigt sich allerdings, dass die Anzahl der Wartelistenplätze in diesem Semester sehr gering ist und viele Veranstaltungen auch nicht an den Kapazitätsgrenzen liegen. Es geht wie immer in der Vergangenheit auch um die Popularität gewisser Themen. Ob die Belegung mancher populärer Kurse allerdings sinnvoll für die eigene Befähigung sind, muss jeder für sich nochmal im Stillen klären.

Die genaue Belegung habe ich dank InteLeC-Zentrum und Pressestelle direkt aus Stud.IP (für jeden öffentlich sichtbar) als Excel zum Download aufbereitet. Die Zahlen spiegeln die Anmeldungen in Stud.IP wieder und treffen keine Aussage darüber, wie viele Leute tatsächlich anwesend sind, allerdings werden in keinem Seminar mehr Teilnehmer sitzen als in Stud.IP eingetragen sind, da das organisatorisch nicht gemacht wird.

Rahmendaten zur Umfrage

Die Umfrage lief 6 Tage und wurde über Facebook-Gruppen, Status-Posts sowie persönliche Nachrichten in Facebook verbreitet. Offizielle Kanäle konnten leider nicht genutzt werden. Kleinere Designfehler sind in der Umfrage vorhanden, z.B. bei der Filterung der Bachelor, Master und Alumni. Die 4-er Skala bei den Matrixfragen war im übrigen so beabsichtigt, um starke Tendenzen zu “naja, passt” zu vermeiden, was wohl die überwiegende Meinung gewesen wäre, aber was genau hätten wir daraus für Schlüsse ziehen sollen?

Im folgenden werde ich lediglich mit den vollständig ausgefüllten Fragebögen arbeiten. Dreiviertel davon studieren im Moment Medien und Kommunikation, der Rest ist entweder beurlaubt oder Alumni. Eine genauere Analyse mit den verschiedenen Gruppen haben wir nicht durchgeführt, da teils die Fallzahlen zu niedrig waren und andererseits aus dem Gesamtergebnis keine nennenswert anderen Ergebnisse zu Tage getreten wären. Dreiviertel der Teilnehmer studieren bzw. studierten im Bachelor und davon fast 70% nach der aktuellen Bachelor-Studienordnung. Das durchschnittliche Fachsemester der Befragten beträgt 3,8.

Die Rücklaufquote war sehr gut. Die vielen Abbrecher kamen wohl durch die Fragen zu den verschiedenen Lehrstühlen zustande und manchmal Probleme beim Ausfüllen am Smartphone. Eine genauere Analyse haben wir hier nicht vorgenommen, da der Hauptzweck der Umfrage schlicht die Sammlung von Erfahrungen und Meinungen war, die in den letzten Erhebungen durch Uni & Co zu keinerlei erfahrbaren Ergebnissen für die Allgemeinheit führte.

Erwartungen an das Studium

Die Umfrage bestand aus vier Teilen: Erwartungen an das Studium und Realität, belegte Kurse an den Lehrstühlen und die Erfahrungen damit, Kritik am Studiengang und ein bisschen Demographie.

Gut zwei Drittel der Studenten hatten bereits vor dem Studium eine Vorstellung davon, welches Themengebiet sie interessiert.

Die Erwartungen an das Studium wurden in folgenden Kategorien jeweils nicht erfüllt:

Insgesamt 51 Befragte haben eine Angabe gemacht, warum ihre Erwartungen nicht erfüllt wurden. Nach inhaltlichen Schwerpunkten zusammengezählt ergibt sich folgendes Muster:

Am häufigsten wurde bemängelt, dass kein echter Praxisbezug im Studium vorhanden wäre. Da es sich um eine universitäre Ausbildung handelt, mag dieses Argument komisch erscheinen, allerdings fällt oft der Satz: Es war in der Studiengangsbeschreibung halt anders dargestellt.

Unter Lehre ist alles subsumiert, was mit zu viele Referate von Studenten, schlechte externe Dozenten, immer wieder die gleichen Themen in unterschiedlichen Veranstaltungen, fehlende wissenschaftliche Tiefe etc. fällt. Mit Strukturproblemen sind Überfüllung bzw. größtenteils fehlende Veranstaltungen zur Auswahl gemeint. Auch fehlt es an Spezialisierung, denn das Studium sei insgesamt zu sehr am Journalismus ausgerichtet.

Kritik am Studiengang

Im vorletzten Block der Umfrage wurde nach positiven und negativen Eigenschaften der Medienstudiengänge gefragt. Auch hier habe ich den Meinungstrend händisch versucht zu erfassen. 92 Antworten lagen vor.

Die technischen Möglichkeiten durch und mit dem ZMK gefällt dem Großteil. Einzelne Dozenten werden immer wieder sehr für ihr Engagement und ihre Qualität bei der Lehre gelobt. Dass überhaupt Praxisanteile im Studium da sind und man sich dort ausprobieren kann, wird ebenfalls zum großen Teil sehr positiv empfunden. Die vielen Wahlmöglichkeiten, dass auch eine leichte Spezialisierung möglich ist und sonstige Kurse an Zfs und Sprachenzentrum angeboten werden, fällt unter “Breite des Angebots”.

Die negativen Punkte bei MuK – hier haben 88 Befragte geantwortet:

Bei Ressourcen wird oft bemängelt, dass zu wenig oder zu unregelmäßig Veranstaltungen angeboten werden (gerade bei den Grundlagen), teils waren diese auch zu überfüllt. Manche externe Dozenten werden als nicht kompetent bemängelt. Generell lässt die Qualität der Lehre zu wünschen übrig: Es werden meist nur Referate von Studenten gehalten, keine wissenschaftliche Tiefe ist vorhanden, keinerlei Relevanz des Themas etc. Die Struktur des Studiengangs und der Veranstaltungen ist ebenfalls sehr schlecht. Es überschneidet sich immer noch sehr viel, manche Veranstaltungen sind keineswegs durchdacht. Viele wünschen sich außerdem mehr Möglichkeiten tiefergehendes Wissen in manchen Bereichen zu erlangen, einerseits in den Seminaren (Texte auch mal reflektiert lesen) und teils z.B. bei BWL für eine Marketing-Spezialisierung. “Die Kommunikation zwischen den Lehrstühlen ist nicht vorhanden oder gar ein Kindergarten unter manchen Professoren” zählt zur Kategorie Gemeinschaft. Auch fallen herein Aussagen wie, es studieren zu viele dieses Fach, die eigentlich nichts mit Medien zu tun haben wollen.

Fazit

Kein konkretes Berufsbild; außerhalb des Journalismus kaum
Arbeitsmöglichkeiten.

Die Umfrage zeigt ein ambivalentes Bild. Einerseits gibt es meist genau ein Drittel, das von den meisten Dingen in MuK schlicht enttäuscht ist: Praxisbezug, Wissenschaftlichkeit, Dozenten, Qualität der Lehre etc. Rein vom subjektiven Eindruck sind das diejenigen, die entweder ein klares Ziel haben oder durch eine Ausbildung bereits Wissen haben. Und andererseits gibt es die Gruppe, die mit dem Studium zufrieden ist – ganz nach dem Motto: Wir haben ein Studium, dürfen etwas spielen, haben viel Freizeit und dann wird schon ein Job irgendwo als Assistance Buzzword Bullshit Bla rausspringen. Daher widersprechen sich die Ergebnisse auch teils.

Ich dachte ich würde vielseitig ausgebildet das Studium
abschließen, Fakt ist aber, dass ich von vielem etwas, aber von
nichts viel weiß.

Bei ein paar Dingen ist sich die Mehrheit einig: Es kann nicht sein, dass in einer Studiengangsbeschreibung Infos stehen, die in keinster Weise realisiert sind. Das ist Betrug! Wenn ein Studiengang nicht so umgesetzt ist, wie beschrieben, dann ist es doch kein Unding, ein Infoblatt zu ändern – wozu gibt es Homepages? Weiterhin fragen sich viele, was für ein Berufsbild überhaupt hinter MuK steckt und sie hätten gerne eines. Auch wenn die Erwartungshaltungen am Anfang des Studiums zwar bei Journalismus liegen, sind Marketing und PR nur ein Nuance davon entfernt. Die Bereitschaft auf dem Papier Möglichkeiten dahingehend zu versprechen, aber zwischen den Fakultäten schlicht nicht zu kommunizieren, grenzt an einen akademischen Witz.

Beispiel Informatik: An sich eine wunderbare Sparte, aber keineswegs mit MuK in Einklang gebracht. Die Dozenten an der FIM wissen zum Teil nicht, wie sie mit den MuKlern umgehen sollen, da Grundlagenverständnis fehlt oder wie jetzt genau die Noten verbucht werden müssen. Außerdem ist die Arbeitsweise komplett anders als bei einer Geisteswissenschaft. Im Hinblick auf das (crossmediale) ZMK ist es nur noch ein Staunen, wie es so viele schlaue Menschen (=Lehrstühle) schaffen, nicht zielführend miteinander zu sprechen. Die Argumentation, dass es hierfür Planungsstellen zur Vermittlung bräuchte, mag zwar auf Studentenebene bei der Verwaltung sinnvoll sein, ist im Grunde aber nur eine bessere Umschreibung für: Wir wollen halt nicht.

Nur Referate in Seminaren als Lehre zu verkaufen, stößt sehr vielen auf. Beispielsweise habe ich noch 3000€ für meinen Bachelor an Studiengebühren bezahlt und erhielt dafür im Schwerpunkt fast nur Referate meiner Kommilitonen. Das mag zwar eine Milchmädchenrechnung sein, aber da hätten auch 150€ für Bücher zur Selbstlektüre gereicht. Dass sich ein Großteil mehr Praxis und Berufsvorbereitung wünscht, widerspricht zwar der universitären Ausbildung – worüber sich viele im Klaren sind – allerdings wird auch hier wieder damit geworben, andererseits was nützt ein Alles und Nichts-Studium?

Was nun? Die Umfrage lief über keine offiziellen Kanäle, d.h. dass die Universität danach handelt und sich die Meinung ihrer Studenten zu Herzen nimmt, ist leider ungewiss. Nichts desto trotz habe ich die Umfrage genau deswegen umgesetzt: Ergebnisse, über die man eigentlich nicht sprechen will, weil sie Arbeit bedeuten würden, direkt vor Augen führen.

Das war der letzte Artikel zu MuK – ich habe fertig.

Zur Eigenanalyse

Wie bereits bei der Umfrage versprochen, können sämtliche Daten zur Umfrage frei heruntergeladen werden:

Wenn Fragen zur Umfrage bestehen oder Daten benötigt werden, einfach schreiben.

Benjamin Hartwich

Benjamin Hartwich, M.A. Medien- und Kommunikationswissenschaften. Privat betreut er mehrere Webprojekte, bloggt und podcastet. In seiner Freizeit gestaltet er seinen eigenen Webradiosender. Mit 14 Jahren hat er ein Schulradio in Augsburg aufgebaut. Neben dem Studium arbeitete er 6 Jahre beim Campusradio Campus Crew als Moderator, Technikleiter, Musikchef und Programmchef mit.

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