Ansel Adams Zonensystem digital

Ansel Adams Zonensystem digital

Das von Ansel Adams entwickelte Zonensystem bezieht sich generell auf die analoge schwarz / weiß Fotografie und dient der richtigen Belichtung, um den bestmöglichen Kontrast nach der Entwicklung des Fotos zu erhalten.

In der digitalen Fotografie samt Möglichkeit der professionellen Bildnachbearbeitung scheint das Zonensystem nicht wirklich nötig zu sein, doch es bietet eine wichtige Orientierung, um ein Gefühl für die richtige Belichtung zu erhalten. Ich werde jetzt nicht genau auf das Zonensystem eingehen, dazu gibt es genug Artikel. Ich möchte nur kurz erklären, wie ich es digital angewandt habe.

Ich fotografiere mit einer Canon EOS 600D. Dort habe ich auf Spotmessung im Menü gestellt und ISO 100 verwendet – der Sensor ist dabei auf monochrom eingestellt. Alle Bilder sind im manuellen Modus entstanden. Ich habe mir mein Motiv genau betrachtet, die Blende nach gewünschter Schärfentiefe gewählt und mir überlegt, welcher Motivteil von der Helligkeit her Zone V repräsentiert. Diesen Teil habe ich anvisiert und den Belichtungsmesser auf den vorgeschlagenen Wert eingestellt. Anschließend habe ich das komplette Motiv in RAW Qualität fotografiert.

In Lightroom habe ich die Bilder beim Entwickeln auf s/w gestellt und den Effekt Selenton aus den Voreinstellungen verwendet. Mithilfe von Klarheit und dem Gradiationswerkzeug habe ich das Feintuning übernommen, so dass Schatten und Lichter gut zur Geltung kommen. That´s it.

Grundregel bei der Fotografie nach dem Zonensystem lautet: Belichte auf die Schatten, entwickle auf die Lichter (Ansel Adams, das Negativ). D.h. man sollte bei der Planung der Richtzone immer vorher abschätzen wo die Schatten im Motiv liegen und diese mit Zone III belegen. Es geht also nicht darum, ein optimal belichtetes Bild zu erhalten, sondern ein Motiv mit einem besonderen Schatten / Licht Kontrast und genau das muss man vorher planen. Dabei ist die Entwicklung / Nachbearbeitung des Fotos genauso wichtig, wie die das Fotografieren selbst. Weitere Infos dazu findet man in den Lehrbüchern von Ansel Adams (Das Negativ und das Positiv).

Meine Beispielfotos

Benjamin Hartwich

Benjamin Hartwich, M.A. Medien- und Kommunikationswissenschaften. Privat betreut er mehrere Webprojekte, bloggt und podcastet. In seiner Freizeit gestaltet er seinen eigenen Webradiosender. Mit 14 Jahren hat er ein Schulradio in Augsburg aufgebaut. Neben dem Studium arbeitete er 6 Jahre beim Campusradio Campus Crew als Moderator, Technikleiter, Musikchef und Programmchef mit.

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