Radioplayer.de: Der alte Sums, nur neu verpackt

Vor knapp drei Monaten habe ich mein erstes Webradio in Betrieb genommen: 24 Stunden pro Tag ein Live-Musik Mix mit bisher vereinzelten Live-Sendungen. Für jeden Amateurfunker ohne das Marketing-Budget der Verlagshäuser ist es wichtig, bei zentralen Webdiensten gelistet zu werden: radio.de, tunein.com etc. Dort suchen potentielle Hörer nach ihren Musikgenres, Umgebung oder Sendernamen und die Apps gibt es für jedes Endgerät. Internetradiogeräte haben solche Listen dann auch mit eingebaut, so dass die Genre-Suche nach Sendern auch wie beim alten Küchenradio funktioniert.

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Radio kann mehr als Klopapier

Radio begeistert mich seit der 7. Klasse – weil ich seitdem selbst hinter dem Mikro stehe, die Fader ziehe, die Musik aussuche, mit Menschen rede etc. und doch finde ich es zum Kotzen.

Oh nein, nicht schon wieder so ein Formatradio ist doof Artikel. Formatradio ist super, was sollte es auch sonst anderes geben? Ein Radio ohne Format ist wie ein Schokokuchen, den man statt in den Backofen ins Kühlfach stellt: ein undefinierbarer Brei mit ein paar Schokostückchen. Der fehlende Mut, der nicht vorhandene kreative Idealismus, die (Nachkriegs-) Medienpolitik auf Landesebene und die Hörerbindung auf Grundschulniveau sind für mich die Hauptprobleme in der deutschen Radiolandschaft: nichts weiter als MusikAldis und InformationLidls – jede Woche ein neues Sonderangebot bis es auch der letzte gehört hat.

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Das Potential des Internets ist relativ

Es ist zwar selten dämlich mit einer schwungvoll-abgedroschenen Überschrift in einen Artikel zu starten, aber ich denke, die Wahrheit ist nicht so hipp wie Stefan Raab im Wok.

Seit das Internet bei jedermann angekommen ist, warten die vielen kleinen Künstler und Kreativen darauf, dass sich Dezentralität, geringe Publikationskosten und der Long Tail mit der großen Masse an Community-Geplagten Nutzern auszahlt. Meiner Meinung nach kann das gar nicht gehen, da das Potenzial im Netz relativ zu den Nutzern ist.

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Radio wird zum Relikt

Radio wird das gleiche Problem haben wie die Zeitung: Es wird keinen Sinn mehr in der bisherigen Form machen. Bei der Zeitung ist es u.a. der Aspekt jeden Tag Tonnen von Papier durch´s Land zu “karren”, nur um Nachrichten zu bekommen, die im Internet zu tausenden kursieren. Beim Radio ist es ähnlich: Wozu durch die Luft trällern, wenn ich genauso gut mit einfachen Apps meinen eigenen Musikgeschmack zusammenstellen kann, während ich via Newsreeder Spiegel Online und Andere abonniert habe?

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