Allzu zwischenmenschliches

Ich laufe fast jeden Tag über den Campus, durch Passau und sehe den Menschen, an denen ich vorbei gehe, in die Augen – meist mit einem Lächeln. Selten sehen sie wirklich zurück: in Gedanken, vollkommen abgeschottet. Doch manchmal gibt es diesen einen Moment, in dem ein schüchterner Blick zurückfällt, ganz im Sinne von “oh, eh, warum sieht er mich denn an und lächelt, findet er mich jetzt hübsch oder will er was von mir”.

Szenenwechsel: Disko, ein bisschen Alkohol, viele Menschen. Hier will jeder gesehen werden, hier lächeln alle, hier hat (fast) keiner ein Problem damit, einem Fremden in die Augen zu sehen, ja sogar mit ihm zu sprechen. Der Alkohol, die Situation, das Sau-Raus-Lassen. Doch auch hier ist die Angst allgegenwärtig, die Angst, zu viel Ich zu zeigen und wenn doch folgt am nächsten Tag der Satz: mit dem kann man ja nicht feiern.

Eine Reise mit der Angst – allzu zwischenmenschliches.

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Ein Hörbuch produzieren?
Hörbuch: Ödön von Horváth

Ein Hörbuch produzieren?

hoerbuch1“Wie kommt man auf Idee ein Hörbuch zu produzieren?” – Auf die gleiche Weise wie die Entscheidung zum Mittagessen. Klar, der Kontext ist hier ein anderer: Ich habe 9 Jahre Radioerfahrung, habe mir gute Aufnahmetechnik angeschafft und irgendwann fällt dann der Blick ins Bücherregal. So entstand die spontane Idee zum Hörbuch, da ich mich an den Film “Der Vorleser” erinnert fühlte. Ödön von Horváths “Jugend ohne Gott” kannte ich bereits aus der Schulzeit und es war seit da an neben Stephen Kings “Hearts in Atlantis” mein Lieblingsbuch. Es hat diesen Horváth-Charme, der sich zwischen Einfachheit in der Ausdrucksweise und Komplexität dessen, was eben nicht da steht, bewegt. Hinzu kommt, dass es um grundlegende menschliche Ideale geht: Wahrheit, Verantwortung, die richtige Entscheidung.

Es war trotz vieler Radioerfahrungen neu für mich, ein Hörbuch aufzunehmen. Grund genug die Hörreise durch Horváths Werk einmal zu skizzieren.

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Wir sind das Geheimnis

Kirche, Glaube, Gott – mehr Selektionsmechanismen können keine anderen drei Worte beim Leser hervorrufen. Ich zerstöre mir damit zwar eine schöne Einleitung, aber da ich in meiner weichgekochten Medienmanier niemand zu sehr erschrecken möchte: Ja, es geht nun um metaphysisches. Also anschnallen, festhalten oder am besten gleich wieder zu Spotify oder sonstigen altersgerechten Langeweile-Killern wechseln.

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Keine Überschrift oder einfach Wuff

Ich weiß gar nicht, worüber ich schreiben soll, aber ich wüsste schon allerhand Überschriften dafür:

  • Fortpflanzen oder Lesen?
  • Mitten im Nichts
  • Wo bin ich und wenn ja, wie viele sind auch noch da?
  • Neulich in der Uni
  • u.s.w.

Nein, ich bin nicht Redakteur bei der Bild-Zeitung und ich sitze auch nicht in der Irrenanstalt mit Internetanschluss. Ich studiere Medien- und Kommunikationswissenschaft – wer hier lachen muss, weiß, was Sache ist oder sitzt im gleichen Boot. Haha!

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Klarkommen ist schwer

Da sitzt man eines Abends verloren vor seinem sozialen Netzwerk, bei dem man sich schon längst abmelden wollte, um endlich mal wieder die Gelegenheit zu haben, ein schönes Buch zu lesen oder einfach nur ein normales Leben zu führen. Da kommen einem neben Statusmeldungen und ein paar Unigeheften so einfach keine Gedanken über die eigene Zukunft in den Sinn: Ich mit 40 Jahren? Geht nicht, werde ich nicht, wie soll das aussehen?

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Irgendwo in Italien

Italienische Landstraßen, ein ein paar tausend Einwohner-Ort und ganz viel Sommer, wie man es eben vom Süden gewohnt ist: genauer gesagt Italien. Nach einem ruhigen Flug, der seine Kraft in der Landung entfaltet hatte – mit Air Berlin weiß man dann zumindest, wenn man unten angekommen ist – ging es in der Nacht auf einer engen Landstraße mit unzählbaren Kurven mit Geschwindigkeitsbegrenzung 50 – wobei alle Italiener mit 80 an einem vorbei donnerten – von Olbia nach Santa Teresa di Gallura, Sardinien.

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